believe in your self, Schriftzug in Sand

Die Kunst man selbst zu sein

Es klingt so banal und wird einem als guter Rat gerne mit auf den Weg gegeben – „Sei einfach du selbst“. Tja, wenn das nur so leicht wäre.

The need to be liked

Von Geburt an werden wir sozialisiert, sprich wir passen uns an die Gesellschaft in der wir leben an. Wir tun das nicht zuletzt aus einem inneren Antrieb, den jeder Mensch hat – dem Wunsch gemocht zu werden.

sei du selbst Am meisten wir selbst sind wir in unseren ersten, sowie letzten Lebensjahren. Kleinkinder und alte Menschen sind ehrlicher und authentischer als die Generationen dazwischen. „They do not give a fuck“ könnte man überspitzt gesagt, als Begründung anführen. Sie scheren sich weniger darum, was andere über sie denken.

Not enough

Unsere Gesellschaft beruht auf dem Vergleich mit anderen. Passiert dieser Vergleich auf adäquater Ebene, kann er uns anspornen und uns in unserer Entwicklung voranbringen. Vergleicht man sich allerdings mit einem unrealistischen, unerreichbaren Ideal (Promis, Models, whatever…) führt das leider oft zu einer negativen Selbsteinschätzung. Wir fühlen uns nicht hübsch genug, nicht klug genug, nicht erfolgreich genug, …

Um dazuzugehören und nur ja nicht anzuecken, verstellen wir uns. Bestes Beispiel: Social Media – die Inszenierung eines scheinbar perfekten Lebens.

Sei du selbst. Es ist genug.

Be honest

Zu sich selbst zu stehen, heißt auch zu seinen Schwächen und Ängsten zu stehen. Die Personen, die uns am meisten inspirieren sind jene, die ihre Unsicherheiten mit uns teilen. Jeder hat einmal mit Misserfolgen zu kämpfen und stellt sich selbst und sein Leben in Frage. Nicht jede Biografie verläuft geradlinig, ohne Knick. Dieses Nicht-Perfekte macht uns erst sympathisch. Wie sagt man so schön? – Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen. 😉

Bestes Beispiel hierfür: Ein Event zum Thema „Mut zum Gründen“, das ich letzte Woche besucht habe. Es war so erfrischend und schön zu hören, wie diese erfolgreichen RednerInnen offen über Startschwierigkeiten, Rückschläge und Misserfolge auf Ihrem Werdegang gesprochen haben.

How to

Man selbst zu sein und zu sich selbst zu stehen, ist eine lebenslange Aufgabe, die jeder Mensch zu meistern hat. Dabei hilft es, die folgenden Punkte zu verinnerlichen:

Versuche nicht, andere zu beeindrucken:

So vieles das wir tun, tun wir nicht für uns selbst, sondern für andere – um zu gefallen, nicht anders zu sein, nicht anzuecken. Dinge, die man für notwendig hält zu hinterfragen und darüber nachzudenken ob man sie wirklich für sich selbst oder für andere tut, kann sehr befreiend sein.

Lass los:

Vergangenes ist vorüber, Künftiges noch nicht erreicht. Vergib dir die Fehler, die du in der Vergangenheit gemacht hast. Vorwürfe und Reue bringen uns nicht weiter und sind unnötiger Ballast. Ebenso sollten wir uns nicht in Träumereien über eine mögliche Zukunft verlieren, sondern mit der Gegenwart befassen. Hierzu passt auch das sog. „vollkommene Vergegenwärtigen“ aus dem Buddhismus. Es bezeichnet das achtsame Erfahren der Gegenwart. Vieles tun wir mechanisch, ohne bei der Sache zu sein. Es geht also darum, sich mit dem auseinanderzusetzen, was gerade ist. Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart und der wichtigste Mensch der, der dir gerade gegenübersteht.

Hierzu eine Geschichte aus dem Zen-Buddhismus

 

Einige Schüler fragten ihren Zen-Meister, wie er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich und gelassen sein könne.
Er sagte:
„Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich ...“
Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
„Das tun wir auch, aber was machst du darüber hinaus?“
Er wiederholte:
„Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich …
Wieder meinten die Schüler:
„Aber das tun wir doch auch!“
Er aber sagte zu ihnen:
„Nein –
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.“

 

Immer ist Anfang:

Sei du selbst. Immer ist Anfang.Dieser Punkt hängt mit dem letzten zusammen und ist auch aus dem Buddhismus abgeleitet. Will ich etwas ändern, bin ich mit mir oder meiner momentanen Situation unzufrieden, kann ich JETZT etwas tun. Unser Handeln und Denken macht uns zu dem was wir sind. Es gibt nichts worauf wir warten müssten. Ständig schaffen wir unsere Gegenwart und Zukunft. Der Beginn liegt nicht weit zurück oder findet irgendwann später statt. Immer ist Anfang, zu jeder Sekunde kann ich neu beginnen.

Aus Bequemlichkeit oder Angst vor Veränderung reden wir uns oftmals ein, wir wären nun mal so wie wir sind. Aber Leben heißt Veränderung, nichts ist von Dauer.

Entspann dich:

Sei du selbst und entspann dich. Just relax.Selbst der letzte Punkt passt zum Thema Buddhismus. Ich oute mich hier gerade als Fan. 😉 Aber ja, Meditation, Yoga und Körperwahrnehmung an sich helfen, die viel zitierte eigene Mitte zu finden und Dinge relaxter anzugehen.

Mal ehrlich, niemand ist perfekt – schon gar nicht in jeder Situation. Jeder hat seine Fehler und Schwächen. Kümmere dich nicht darum, was andere von dir denken könnten. Es ist ohnehin jeder viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um sich darüber Gedanken zu machen. 😉 Verstell dich nicht, steh‘ zu deinen Werten und versuch nicht ständig, die perfekte Fassade aufrecht zu erhalten. Man darf auch ruhig mal schlechte Tage haben, an denen man eigentlich niemanden sehen will, sich unsicher, hässlich, was auch immer fühlt. Wir müssen es nicht ständig allen recht machen. Also einfach mal öfter denken „Scheiß drauf!“. In diesem Sinne: „Cheers!“

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