alter Mann stützt sein Gesicht auf seine Hand, traurig, schwarzweiß

Depression – stigmatisierte und oft unterschätze Volkskrankheit

Der Weltgesundheitstag macht jährlich auf Gesundheitsthemen globaler Relevanz aufmerksam. Das heurige Thema lautete „Depression – let’s talk.“ Darüber zu reden ist in der Tat immens wichtig. Für mehr Verständnis und Offenheit im Umgang mit dieser Erkrankung zu sorgen, liegt mir auf Grund persönlicher Erfahrungen besonders am Herzen.

Mehr als 350 Millionen Menschen weltweit leiden an Depressionen – so auch meine Mutter. Experten zu Folge ist die Dunkelziffer noch weitaus höher. Die Erkrankung wird häufig nicht als solche erkannt, weder von den Betroffenen selbst, noch den Hausärzten. Weniger als die Hälfte, bzw. in manchen Ländern sogar weniger als 10 Prozent der Betroffenen, erhalten eine adäquate Behandlung. Neben mangelnden Ressourcen und entsprechend qualifizierten Angeboten liegen die Gründe dafür auch in sozialen Stigmata.

Aus Scham und Angst vor sozialer Ausgrenzung ist die Hemmschwelle professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, für viele hoch. Dies führt zu unnötig verlängertem Leid und im schlimmsten Fall zum Suizid. 70 bis 90 Prozent aller Suizide gehen auf psychische Erkrankungen zurück, in der Mehrzahl der Fälle ist die Ursache eine depressive Erkrankung.

ein an Depression erkranktes Mädchen

Es kann jeden treffen

Etwa jeder fünfte Österreicher erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Depression. Andrew Solomon, US-amerikanischer Journalist, Schriftsteller und Dozent für Psychiatrie meint treffend: „Depression is a family secret that everyone has.“ Das bringt das Problem sehr treffend auf den Punkt. Obwohl die Zahl der Betroffenen steigt (Gründe dafür sind vor allem das Bevölkerungswachstum und die längere Lebenserwartung), sind psychische Erkrankungen noch immer mit gesellschaftlicher Stigmatisierung verknüpft. Viele denken eine Depression wäre Einstellungssache und so fallen Sätze wie „reiß dich zusammen“, „denk an was Schönes“.

„Ich kann nicht mehr weinen.“

Aber eine Depression ist nicht einfach ein Stimmungstief, wie wir es alle kennen. Sie ist geprägt von Interessen-, Antriebs- und Freudlosigkeit. Dinge die früher gerne gemacht wurden, werden als belastend und anstrengend empfunden. Man könnte vereinfacht sagen, die Vitalität geht verloren. Ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Die Angst vor dem „Stehenbleiben“ bzw. Zukunftsängste führen häufig zu innerer Unruhe und Getriebenheit. Trotz der zu Anfang tief empfundenen Traurigkeit fühlen sich depressive Menschen schließlich gar nicht mehr in der Lage Gefühle zu empfinden. Die Tränen versiegen.

So war es auch bei meiner Mutter. Sie war auf Grund einer Depression letztes Jahr in Behandlung. Mittlerweile geht es ihr besser. Sie nimmt aber immer noch professionelle Hilfe in Anspruch.

In einer Phase, in der es meiner Mutter sehr schlecht ging, sagte sie: „Ich kann nicht mal‘ mehr richtig weinen.“ Sie war ständig am Grübeln, hatte Schlafstörungen und verlor durch ihre Appetitlosigkeit viel an Gewicht. Uns, ihrer Familie gegenüber, plagten sie Schuldgefühle – sie sah sich als Last und wir wären nach ihren Worten besser ohne sie dran‘. Meine Mutter vom Gegenteil zu überzeugen, war mehr als schwierig. Es war als wäre sie plötzlich ein anderer Mensch. Das was sie tat und sagte passte nicht zu dem, wie wir sie kannten.

über Depression reden
(c) Matus Laslofi

Darüber reden

Eine Depression ist eben keine Einstellungssache, die man einfach beiseite schiebt, indem man sich zusammenreißt. Sich vor ihr zu verstecken, sie tot zu schweigen, macht es nur schlimmer. Für jemanden der mit einer Depression lebt, kann ein Gespräch darüber, mit einer Person der er vertraut, der erste Schritt in Richtung Behandlung und Genesung sein.

Ich habe meine Mutter einmal gefragt, ob die Leute anders mit ihr umgehen, seit sie von ihrer Depression wissen. Ihre Anwort fand ich sehr schön: „Ja, sie reden mit mir über ihre eigenen Erfahrungen mit Depressionen, oder die ihrer Schwester, ihres Onkels, …“

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153 comments

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